World Solar Challenge '96

"Das härteste Solarmobilrennen der Welt"
Darwin - Adelaide vom 27.Oktober - 04.November 96
 

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INHALTSÜBERSICHT


Traumzeit für die Mobilität von Morgen

Seit 1987 findet im Dreijahresryhtmus die World Solar Challenge in Australien von Darwin nach Adelaide statt.
Die Strecke ist 3010 km lang und schon für einen durchschnittlichen Fahrer ist eine solche Distanz in vier Tagen eine Strapaze.

Die tägliche Rennzeit zwischen 8:00 AM bis 5:00 PM erfordert wegen der hohen Temperaturen in den nicht klimatisierten SolarMobilen eine gute Kondition der Fahrer. Die Fahrer dürfen nur an den Mediastops ausgewechselt werden.

Rekorde

Nach dem ersten Rekord des Sunracer Teams des US Konzerns General Motors 1987 mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 66,92 km/h, schaffte das Universitätsteam aus Biel 1990 "nur" 65,18 km/h.
Bis dahin wurde noch mit relativ herkömmlicher Antriebstechnik gefahren.

Thumbnail von Sun Challanger ...Sun Challenger (JPEG 25k) 
erreichte 1996 mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 66,72 km/h den 4. Platz (technische Daten)

Der Chefingenieur des 1990 zweiplatzierten Honda Teams Takahiro Iwata, lernte schnell von den Bielern. Das Honda Team startete 1993 mit der Honda Dream Machine ebenfalls mit einem Radnabenantrieb mit einem Gesamtwirkungsgrad von 94,5% am Rad.

Honda setzte schon damals einen Solargenerator (Green Zellen UNSW) ein, der über einen Wirkungsgrad von 23 % verfügte, allerdings etwa 1,5 Mio. Dollar kostete.
Waver ...Waver


Radnabenmotor

1993 erreichten die Bieler mit Ihrem neuentwickelten Radnabenmotor einen Gesamtwirkungsgrad am Rad von 94,5 %.
Thumbnail des Radnarbenmotors ... Radnabenmotor der Spirit of Biel (JPEG 22k)
(technische Daten)

Die von Michelin 1992 entwickelten Reifen mit einem Haftreibungswert von f = 0,0055 werden schon 1996 von den meisten Teams eingesetzt. Das Budget der Bieler lag damals dank dem Sponsor Swatch bei etwa 4 Mio. Schweizer Franken.
Die Schweizer mußten sich 1993 jedoch mit dem zweiten Platz begnügen.

Ein Schaden an der Vorderradverkleidung am ersten Renntag verhinderte den Sieg der "Spirit of Biel".

Die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen 40 -90 km/h der meisten SolarMobile auf der 3010 km langen geraden, verkehrsarmen Strecke entlockt manchem Fahrer der bis zu 60 m langen Roadtrains ein eher müdes Lächeln.

Die Frage nach dem Benzinäquivalent (Formel Zero) für die zurückgelegte Strecke, birgt die wirkliche Revolution im Mobilitätsbereich.
Die verblüffende Menge der Spirit of Biel (1993) von 0,17 Litern Benzinäquivalent auf 100 km, deklassiert schon heute das von Greenpeace propagierte 3 Liter Auto als Benzinschlucker.


TeamSponsoring

Im Oktober 1996 ist die Herausforderung für ein gesamteuropäisches Team nicht geringer ausgefallen. Leider gelang es einer Gruppe von Privatleuten aus der Schweiz und Deutschland nicht, das nötige Budget von ca. 5 Mio Franken für ein neues "Europäisches" Fahrzeug zusammen zu tragen.
Die Hochschule Biel war der Auffassung, das es nicht die Aufgabe einer Hochschule sein kann, gegen einen finanziell gut ausgestatteten (ca.80 Mio Budget) Automobilkonzern wie Honda anzutreten.

Der Sponsor von 1993 Swatch engagiert sich nunmehr im Joint Venture mit Mercedes Benz bei der Entwicklung des "Smart" Cars welches 1998 auch mit einem Elektromotor gebaut werden soll.

Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang das einige SolarMobil Aktivisten aus der Schweiz und Deutschland mittlerweile gut dotierte Jobs bei diesem Arbeitgeber gefunden haben.

Die Bieler Universität gab das Fahrzeug an eine Gruppe von Schweizer Schulen und Berufschulen weiter.
Thumbnail von Schooler ...sCHooler (JPEG 25k)
(technische Daten)

Das sCHooler Team mit dem Know How der beiden "alten Haasen" Jean Michel Moulinari und Robert Christe schafften es in diesem Jahr,bei den Einsitzern den Honda Dream Record von 1993 (84,96 km/h) um 0,5 km/h einzustellen (85,42 km/h).

Die Schüler im Team, werden diesen gemeinsamen Erfolg mit dem geschenkten, drei Jahre alten "Gaul" und einem Sparbudget von 400.000 Franken sicher nicht so schnell vergessen.


Der Sieger 1996

Thumbnail von Honda ... Honda Dream (JPEG 30k)
(technische Daten)

Honda siegte wie auch 1993, allerdings diesmal mit einem völlig neu entwickelten vierrädrigen Mobil mit Sitzplätzen für zwei Personen mit einem Schnitt von 89:76 km/h.

Der angepeilte Schnitt von über 100 km/h wurde nicht erreicht. Die durchschnittliche Gegenwindgeschwindigkeit lag bei ca.20km/h.
Thumbnail von Honda ...(JPEG 30k)


Das Fahrzeug benötigte 0,15 Liter Benzinäquivalent pro 100 km (nicht Verbrauchen - SonnenEnergieErnten), also lediglich 4, 515 liter Benzinäquivalent auf der 3010 km langen Fahrt durch den Outback.

Thumbnail von Honda ...(JPEG 22k)

Die durchschnittliche Geschwindigkeit der Honda Dream '96 von 89,76 km/h wird leider im Gegensatz zum Benzinäquivalent vom Veranstalter der World Solar Challenge zu sehr in den Vordergrund gestellt.


Europäische Teams

Thumbnail von Helios ... Helios (JPEG 33k)
(technische Daten)

Die wenigen Teams aus Europa, wie die Französischen Teams Helios und Heliotrope belegten die Plätze 20 (mit 71:00 Stunden und einem Schnitt von 42,50 km/h) und 21.

Thumbnail von Solvogn Danmark ... Solvogn Danmark (JPEG 30k)
(technische Daten)

Das Dänische Team Solvogn erreichte nach 74:21 Stunden Fahrtzeit und einem Schnitt von 40,48 km/h das Ziel.


Das Team "Mad" Dog aus England erreichte nach 84:04 Std mit einem Schnitt von 35:80 km/h als letztes Team in der offiziellen Rennzeit das Ziel und platzierte sich auf Rang 32.

Der "Suitcase Man"

Thumbnail von D. Schmitz ... Elio Det, D. Schmitz (JPEG 15k)
(technische Daten)

Der einzigste deutsche Teilnehmer, Detlef Schmitz aus München, schaffte bei seinem fünften Anlauf in der offiziellen Rennzeit immerhin eine Strecke von1620 km.

Von den insgesamt 46 gestarteten Teams erreichten 32 in der offiziellen Rennzeit (27.Okt.96 8:00 Uhr bis 04.Nov.96 18:00 Uhr das Ziel.


World Solar Cycle Challenge

Thumbnail von Zero to Darwin '96 ... Zero to Darwin '96 (JPEG 28k)
Thumbnail von Zero to Darwin '96 ... Zero to Darwin '96 (JPEG 42k)

Die "World Solar Cycle Challenge" wurde in diesem Jahr erstmals durchgeführt. Die Biker aus Japan - USA - und Australien schafften die Distanz von 3010 km mit Ihren Vollverkleideten High Tech Liegerrädern mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 54,90 " (Zero to Darwin) beziehungsweise mit 45,65 km/h (Aeronvironment).

Thumbnail von Zero to Darwin '95 ... Zero to Darwin '95 (JPEG 33k)
Thumbnail von Zero to Darwin '95 ... Zero to Darwin '95 (JPEG 28k)

Die Teilnahme des einzigsten deutschen Bike Teams wurde durch den Herztod des 53 jährigen Teamchefs Wilfried Baier aus Weil am Rhein am ersten Tag überschattet.

Die eben erst erwachte deutsche SolarBike - Szene hat einen Ihrer Hauptakteure auf tragische Weise verloren.


WSC '98 - "Sol`ympics 2000"

Die neue terminliche Ausrichtung der WSC im 2 Jahresryhtmus zielt auf die Olympischen Spiele 2000 in Sydney, die deutliche Solarspuren aufweisen soll. Die Sol`ympics in Sydney könnten vielleicht zu einer besseren Akzeptanz für die Spiele in der Bevölkerung beitragen.

1998 wird die World Solar Challenge durch das Land Südaustralien stärker gefördert.
Das Land kündigte in Person des liberalen Premiers Dean Brown an, in den nächsten fünf Jahren eine Summe von 300.000 Australischen Dollar für die Rechte als Zielregion für die World Solar Challenge zu zahlen. Damit soll sichergestellt werden, das der Veranstalter der WSC, Hans Tholstrup,

seine Ankündigungen in der Presse nicht wahrmacht und den Streckenverlauf ändert oder gar das Ziel der Veranstaltung in eine andere Stadt verlegt.

Formel 0 kommt - Formel 1 geht

Die Menschen in Adelaide traurern dem ökonomischen Erfolg nach, der Ihnen vom Grand Prix der Formel 1 beschert wurde. Das Formel 1 Rennen findet nun in Melbourne statt.

Die politische Opposition in Southaustralia moniert, daß der liberale Premier andererseits seine hoch gesteckten politischen Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien binnen 10 Jahren einen Anteil von 20% an der Energieversorgung zu erreichen, nicht mit dem nötigen politischen Druck verfolgt.


Sol`art

Die junge Fringe-Kunstszene in Adelaide hat anläßlich der WSC erstmals ein "Festival of the Sun" durchgeführt.

Thumbnail Morgenrot ...(JPEG 16 k)
Festival of the Sun, Adelaide '96

Ergänzt duch die Parade und eine Ausstellung der Solarmobile in der Rundle Street am 3. und 4.November lockte das Spektakel 25.000 Zuschauer an.

Ein Multimedia Projekt mit dem Namen Ngapartij betreibt in dieser Straße ein Internetcafe, über das neben der offiziellen Homepage der World Solar Challenge viele SolarLinks zu erreichen sind.


Veranstaltungskalender der Internationalen SolarCar Federation

Für alle zukünftigen SolarMobil Wettbewerbe zu Land - Wasser und in der Luft, werden Sponsoren aus der Solarenergiebranche gesucht.

Foto des Wavers: Günter Löhnert
übrige Fotos & Text: Arno Paulus

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letzte Änderung: 8 Dez 1996 by michael duchardt