EU-News

aus: EUR-OP NEWS, Vol 5, Nr. 4 1996

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Das Grünbuch Erneuerbare Energie

Das Grünbuch Erneuerbare Energiequellen soll helfen, Wege zu finden, um den Marktanteil erneuerbarer Energieträger (Wind- und Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft usw.) zu erhöhen.

Aus wirtschaftlichen, ökologischen, strategischen und anderen Gründen will die Kommission die stärkere Nutzung dieser Energieträger fördern, so der für die Energiepolitik zuständige Kommissar Christo Papoutsis. Derzeit beträgt Ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch der EU weniger als 6%. Mit dem Grünbuch will die EU eine öffentliche Diskussion anregen und auf ihrer Grundlage eine Gesamtstrategie erarbeiten, die sie in diesem Jahr in einem Weißbuch mit einem Aktionsplan präsentieren will.

Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger bietet erhebliche Vorteile: sie fördert Beschäftigungswachstum und regionale Entwicklung, ohne die Umwelt zu gefährden, und eröffnet der Industrie neue Exportchancen.
Einige Hindernisse müssen noch ausgeräumt werden. Der Einsatz erneuerbarer Energiequellen ist mit höheren Kapitalkosten verbunden als der Einsatz konventioneller Energieträger, in deren Preisen nicht die vollen Kosten für Gesellschaft und Umwelt einkalkuliert sind. Darüber hinaus fehlt Investoren, Regierungen und Nutzern oft das Vertrauen in die neuen Technologien und Wissen um ihr technisches und wirtschaftliches Potential. Diesen allgemeinen Widerstand gegen Veränderungen will die Kommission überwinden helfen, indem sie

  1. das Ziel vorgibt, den Anteil erneuerbarer Energie am Inlandsverbrauch bis zum Jahr 2010 auf 12% zu verdoppeln;
  2. die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten und die nationale Politik auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien nachdrücklich fördert;
  3. auf eine Stärkung der EU-Politik in diesem Bereich und auf eine Senkung der Kosten hinwirkt und
  4. die Fortschritte auf dem Weg zum Ziel 2010 genau verfolgt. 


Senkung der CO2 - Emissionen

Mit dem Programm Altener fördert die Kommission die Erschließung erneuerbarer Energiequellen. Erhebliche technische Fortschritte und Kosteneinsparungen wurden erzielt, doch die unvermindert hohen CO2-Emissionen veranlaßten die Kommission, für 1998 - 2002 das Programm Altener II mit einem Haushalt von 175 Mio. ECU vorzuschlagen. Das dürfte helfen, das für 2010 gesetzte Ziel (siehe oben) zu erreichen.


Investitionsfinanzierung durch Energieeinsparung

Die Drittfinanzierung ist ein einfacher Weg zur Energieeinsparung. Ein Investor (in der Regel ein lokales Energieversorgungsunternehmen) stellt die Mittel für die notwendige Investition bereit. Der andere Beteiligte, der Energie sparen will, erhält diese Mittel und tätigt die notwendigen Investitionen. Mit dem Geld, das er durch geringeren Energieverbrauch spart, zahlt er dann die vom Investor vergebenen Mittel zurück. Die gesamte Abwicklung wird von der Kommission beaufsichtigt.
Der neue Mustervertrag für Drittfinanzierung liegt jetzt für alle Mitgliedstaaten vor.


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letzte Änderung: 10 April 1997 by michael duchardt